Kälber, Lämmer und Gitzi bis zum Abtränken auf dem Betrieb zu behalten, ist für das Immunsystem der Jungtiere von grossem Vorteil. Die Biestmilch (Kolostrum) der Mutter, die sie in den ersten Tagen aufnehmen, verleiht ihnen für die ersten zwei bis drei Wochen eine «passive» Immunität gegen krankmachende Keime auf dem Geburtsbetrieb. Bis das Immunsystem aber eine eigene, «aktive» Immunität aufbauen kann, vergehen weitere Wochen. Auch im Alter von acht Wochen besteht noch ein erhöhtes Infektionsrisiko. Werden die Tiere bereits im Alter von drei bis sechs Wochen auf einen Mastbetrieb gegeben, ist das Immunsystem mit den Keimen der neuen Umgebung und der fremden Kälber überfordert. Häufige Behandlungen mit Antibiotika sind meist die Folge.
Das Abtränken von Jungtieren auf dem Geburtsbetrieb hat gesundheitliche Vorteile. Wird die Tränkemilch mit Joghurt angesäuert, kann auch mit dem Eimer ad libitum gefüttert werden.
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