Jeder Bauer in unserem Land hat sie, die mindestens 7 Prozent BFF und das ist auch gut so. Zumindest, um die Artenvielfalt zu schützen und zu fördern. Auch ich bewirtschafte solche Flächen. Unser Ziel war es, möglichst alles Grundfutter auf unseren Flächen für unsere Tiere zu produzieren, was meistens auch gelingt. Seit einiger Zeit stellen wir aber fest, dass auf unseren BFF-Flächen vermehrt Pflanzen wachsen, welche zwar gut für die Artenvielfalt sind, jedoch ich meiner Milchvieherde nicht füttern möchte. Die Gründe sind einfach ein geringer Futterwert oder es sind Giftpflanzen, die frisch oder getrocknet giftig für das Tier sind. Weiter ermöglicht das Wetter nicht immer einen optimalen Schnittzeitpunkt. Am nationalen Ökoheutag, dem 15. Juni, sind die Pflanzen oft mit Pilzen befallen. Erfahrungsgemäss treibt dies die Zellzahlen in der Milch in die Höhe. Die Idee, den Ökoschnitt der Feldrandkompostierung zuzuführen, um organisches Material für den Humusaufbau im Feld zu fördern, ist da eine sympathische Lösung. Aber was ist mit der Nährstoffbilanz? Nach dem letztjährigen Wegfall der 10%-Toleranz ist es auch dort enger geworden. Zum einen fehlen 20 bis 30 dt TS Futter pro Hektar in der Fütterung, welche wieder ergänzt werden müssen. Zum anderen will die Politik, dass möglichst viel Land für die menschliche Ernährung genutzt wird. Im Grasland Schweiz wird das Raufutter am besten durch die Kuh veredelt. Daraus werden qualitativ hochwertige Produkte wie Milch und Fleisch der menschlichen Ernährung zugeführt. Der Absatz des Ökoheus als Rossheu ist mittlerweile bei vielen Pferdebesitzern auch nicht mehr gewünscht, da es staubt und möglicherweise mit Pilzen befallen ist. Die Hühner auf unserem Betrieb fressen die Mengen an Heu auch nicht. Einzig die Katzen geniessen das Heu, um sich kuschlig einzurollen und den Tag zu geniessen. Aber eine Katzenpension, um das Ökoheu zu verwerten, das ist nicht meins. Ich fordere darum Lösungen, um hier in Zukunft die produzierende Landwirtschaft zu unterstützen, unseren Nutztieren zuliebe!
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