Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS) sind langlebige Chemikalien, die in vielen industriellen Produkten wie Feuerlöschschaum, Textilien und Verpackungen verwendet werden. Aufgrund ihrer Persistenz in der Umwelt und potenzieller Gesundheitsrisiken gelten PFAS als «Ewigkeits-Chemikalien».
In der Schweiz wurde Klärschlamm, ein Nebenprodukt der kommunalen Abwasserbehandlung, in der Landwirtschaft eingesetzt, um Böden zu düngen und Ressourcen zu recyceln. Allerdings stieg die Sorge, dass PFAS durch diese Praxis in die Umwelt gelangen. Studien zeigen, dass PFAS sich im Boden anreichern, von Pflanzen aufgenommen werden können und ins Grundwasser gelangen, was Trinkwasserquellen gefährdet.
Die Schweizer Behörden haben die Problematik erkannt und im März 2003 wurden Massnahmen ergriffen. Mit dem Verbot, Klärschlamm nicht mehr als Dünger zu verwenden bis zum Jahre 2008, hatten die Kantone Zeit, dies in der Übergangsfrist umzusetzten. Jetzt ist dieser durch die Verbrennung zu entsorgen. Dennoch bleibt die Herausforderung bestehen: PFAS sind kaum abbaubar und haben sich langfristig im Boden angereichert. Aktuell wird im Kanton Zürich aufgearbeitet, welche Flächen betroffen sind, bei denen dokumentiert wurde, dass eine Ausbringung von Klärschlamm stattgefunden hat. Die Frage stellt sich, ob alle Flächen aufgeführt sind.
Ein Problem für manchen Betrieb, wenn er betroffen wäre, ist die fehlende Bereitschaft für die Schadensabdeckung. Nicht nur in Fleisch und Milch können PFAS nachgewissen werden, auch in Backpapier, Fast-Food-Verpackung (z.B. Burgerboxen, Dönnertüten), Zahnseide, Wasserfilter, Shampoo etc.
Das Thema PFAS in und um die Nahrungsmittel bleibt weiter mit Spannung zu beobachten, wobei auch hier nicht nur die Landwirtschaft an den Pranger gestellt werden darf.