Aktuelles ZBV
Ernährungsinitiative – Nein ohne Gegenvorschlag

Nein zum Vegan-Zwang

Die Sujets vermitteln eine eindeutige Botschaft. Bild: zVg
Im Zentrum der Ernährungsinitiative steht ein massiver Eingriff in den Teller und das Essverhalten der Schweizer Bevölkerung. 
Charlotte Keller,  ZBV

Hauptforderung der eingereichten Initiative ist die Erreichung eines Selbstversorungsgrades von 70 Prozent. Dies würde eine staatlich verordnete vergane Ernährung bedingen, denn nur mit dem Konsum weitgehend nicht-tierischer Produkte wäre dieser zu erreichen. Deshalb ist wie üblich bei den Initiativen aus diesem Lager der Titel sehr irreführend, korrekterweise müsste er «Initiative für eine vegane Ernährung»  heissen.

Sie fordert, dass die Schweiz mehr Nahrungsmittel selbst produziert, statt sie zu importieren. Damit werde die Schweiz unabhängiger vom Ausland und schone die Natur, so die Initianten.

Aktueller Stand

Der Bundesrat veröffentlichte am Mittwoch seinen Bericht zur Initiative. Er empfiehlt darin dem Parlament deren Ablehung ohne Gegenvorschlag. Die Allianz gegen die Ernährungsinitiative begrüsst diesen Entscheid. In der Allianz haben sich verschiedene Organisationen der Land- und Ernährungswirtschaft, der Gastronomie, des Handels und des Berggebiets zusammengetan, um sich gemeinsam für ein Nein zur Ernährungsinitiative zu engagieren. 

Das Parlament hat nun bis ….. zu entscheiden, ob es dem Vorschlag des Bundesrates folgen möchte. 

Grosse Auswirkung auf die Landwirtschaft

Die Forderung, die Schweiz müsse mehr Nahrungsmittel selbst produzieren statt sie zu importieren, damit sie unabhängiger vom Ausland sei und die Natur schone, würde einen tiefgreifenden Umbau der Landwirtschaft bedingen. Die Tierbestände müssten ungefähr um die Hälfte reduziert und die Brotgetreideproduktion massiv ausgebaut werden, denn mit Weizen lässt sich mehr Kalorien produzieren als mit Hühner- oder Schweinemast. 

Die Initiative blendet aus, dass auf 70 Prozent unserer landwirtschaftlich genutzten Fläche ausschliesslich Gras wächst. Für die menschliche Ernährung lässt sich dieses nur in Form von Milch oder Fleisch und damit grasfressenden Tiere wie Kühen, Schafen oder Ziegen nutzen. Gleichzeitig schwächt die Initiative das Produktionspotenzial für pflanzliche Lebensmittel wie Gemüse, Obst, Kartoffeln, Raps, Getreide oder andere pflanzliche Kulturen, weil sie natürliches, samenfestes Saat- und Pflanzgut fordert und die benötigten Hofdünger dezimiert.   

Massnahmen sind nötig

Der Bund hat den Auftrag, den Selbstversorgungsgrad von aktuell 46 Prozent bei über 50 Prozent zu stabilisieren. Dies ist ihm aber bis anhin nicht gelungen. Das Bevölkerungswachstum wie auch Ertragsausfälle aufgrund von exteremen Wetterbedingungen sind ein Grund dafür. Mit diversen Gegenmassnahmen will der Bund die Erhöhung des Selbversorgungsgrades angehen, Stichwort Agrarpolitik 2030.  

Sujetwahl

Die Landwirtschaft wird einmal mehr nicht um ein Engagement herumkommen. Als Einstimmung darauf präsentiert der SBV die entsprechenden Kampagnensujets. Sie weisen ausdrücklich auf den Veganzwang der Initiative hin. Alle Sujets, Informationen und Argumente sind auf der Webseite www.ernaehrungsinitiative-nein.ch ersichtlich.

Ob sich der Konsument in Zukunft vegan ernähren möchte oder schlussendlich das Fleisch im Ausland kauft, wird sich weisen. Für die Ökologie würde dies wohl kaum zielführend sein. 

Fakt ist dafür, das eine weitere Initiative mit unsinnigen Forderungen die Psyche der Bauernfamilien belasten und unnötige Ressourcen verschlingen wird. Gemeinsamen werden wir hoffentlich auch diese Initiative verhindern können.

«Die Initiative ist ein Angriff auf die Wahlfreiheit»
Aktuelles ZBVABO
15. 08. 2025
«Die Initiative ist ein Angriff auf die Wahlfreiheit»Die Sujets für die Kampagne gegen die Ernährungsinitiative sind seit Kurzem bekannt. Welches Ziel verfolgen die Sujets? Wer soll angesprochen werden?
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