Seit nun fast 10 Jahren darf ich zusammen mit meiner Frau unseren Betrieb führen. Heute kann ich sagen, die für uns und unseren Betrieb passende Produktionsform gefunden zu haben. Das Wissen, den Betrieb so zu führen, wie es für uns passt und sinnvoll ist, befreit die Gedanken und gibt Freude an der Arbeit. Nachfolgend möchte ich einige Gedanken weitergeben, die uns halfen, den passenden Weg zu finden und eventuell auch für andere in diesem Prozess hilfreich sein können. Natürlich ist ein Betrieb ständig im Wandel und auch wir müssen stets bereit sein, Bewährtes anzupassen oder aufzugeben und Neues zu wagen, um auf wandelnde Rahmenbedingungen reagieren zu können.
Das Sprichwort «Jeder muss mit den Karten spielen, die er hat» hilft mir immer wieder, mich auf die eigenen Rahmenbedingungen zu konzentrieren und nicht Dinge zu wollen, die nicht zu uns passen und bei uns auch nicht erfolgreich wären. Trotzdem ist es gerade in der Phase der Strategiefindung wichtig, den Horizont offenzuhalten und zu sehen, was andere produzieren, wie sie ihre Ställe bauen etc. Dazu sind Exkursionen während Aus- und Weiterbildungen aber auch z.B. der Puure-Höck sehr hilfreich. Während meiner Tätigkeit beim ZBV bekam ich einen spannenden Einblick in viele Betriebe. Nicht nur in den Stall und den Maschinenpark, sondern auch in die Buchhaltung. Dabei beeindruckten mich insbesondere die unscheinbaren, einfachen Betriebe, die aber finanziell teilweise sehr erfolgreich arbeiteten. Dies zeigte mir auf, dass ein neuer perfekter Stall und ein topmoderner Maschinenpark wohl doch nicht in jedem Fall zum finanziellen und persönlichen Erfolg führen, den wir uns davon erhoffen.
Mit all diesen Eindrücken, Möglichkeiten, aber auch Ratschlägen von aussen den passenden Weg für den eigenen Betrieb zu finden, ist nicht einfach. Uns hat es sehr geholfen, mit einer einfachen «Stärken/Schwächen-, Chancen/Gefahren-Analyse» zusammenzutragen, wo im persönlichen Bereich, aber auch beim Betrieb die Stärken und Chancen liegen. Auf der anderen Seite konnte vieles ausgeschlossen werden, was aufgrund des persönlichen Interesses, aber auch der Topografie, Hofzufahrt etc. nicht infrage kam. So kamen wir immer mehr zu dem Weg, wie wir den Hof heute führen. Heute kann ich gut mit unserem Umbaustall leben und sehe es als unseren Weg, den Betrieb auf eine solide finanzielle Grundlage zu stellen, die landwirtschaftliche Nutzfläche nach Möglichkeit zu vergrössern, um so die Grundlage für einen Stallneubau in der nächsten Generation zu schaffen. Dass wir den Betrieb inzwischen als Familie ohne Nebenerwerb führen können, ist für uns ein grosser Mehrwert. Seit diesem Schritt bleibt etwas mehr Zeit für die Familie, was wir alle sehr zu schätzen wissen.