Der Bund will kürzen. Aber so nicht! Jährlich werden seitens Bund rund 2 Millionen Franken in Verwertungsbeiträge (Marktreserven und Rohstoffbeiträge) investiert. Ein geschätzter Umsatz von 40−60 Millionen Franken an regional produzierten Produkten würde verschwinden. Obst ist ein Naturprodukt und nicht immer makellos. Dank der in der spezifischen Obstverordnung des Landwirtschaftsgesetzes festgelegten Rohstoffbeiträge können selbst beschädigte Tafelfrüchte noch genutzt werden – etwa zur Herstellung von Dörrfrüchten oder Essig. Der Bund zahlt dafür einen festgelegten Beitrag, der ungefähr die Hälfte der Preisdifferenz zu importiertem Obst abdeckt. Schweizer Obst bleibt dadurch trotz höherer Kosten verwertbar.
Da viele auf Obst basierende Produkte zollfrei oder mit minimalem Grenzschutz importiert werden können, dienen diese Beiträge als Teilausgleich für die Preisunterschiede zwischen in- und ausländischem Verarbeitungsobst. Die Förderung schafft kohärente Rahmenbedingungen für die Obstproduktion und deren Verarbeitung im Inland, sichert die Marktstabilität, stärkt die Wettbewerbsfähigkeit der Produzenten und sichert die Verarbeitung in der Schweiz.
Was wären bei Kürzungen der Beiträge die Folgen?
- Schweizer Früchte werden für die Verarbeiter zu teuer. Es wird ausländische Ware bevorzugt, die Verarbeitung inklusive Arbeitsplätzen ins Ausland verlegt.
- Tafelfrüchte werden teurer, da Verluste auf den Preis aufgeschlagen werden.
- Zunehmender Food Waste entsteht. Obst muss vernichtet werden.
- Viele Landwirtschaftsbetriebe und Familien würden existenziell bedroht.
- Produktionen von diversen Beerenarten für die industrielle Verarbeitung würden aus der Schweiz verschwinden.
- Regionale Produkte aus Beeren oder Obst würden verschwinden.
Ohne die Beiträge kommt es zum Zerfall der inländischen Wertschöpfungskette, die Abhängigkeit vom Ausland steigt und Food Waste wird gefördert. Beispielsweise würde mit dem geplanten Abbau die Schweizer Cassisproduktion vollständig eingestampft werden!
Der Schweizer Obstverband fordert die Beibehaltung der Verwertungsbeiträge als punktuelle und sehr effiziente Unterstützung für die inländische Produktion und lehnt die Sparmassnahme ab!