Der Stimmbürger will keine Bevormundung
Die deutliche Ablehnung des Zürcher Energiegesetzes war ein Paukenschlag: Knapp 60 Prozent Nein-Stimmen, und das, obwohl die Vorlage lediglich von der SVP und der FDP bekämpft wurde. Alle anderen Parteien, von Mitte über SP und Grüne bis GLP, hatten für das Gesetz geworben – vergeblich. Das klare Resultat zeigt: Die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger lassen sich nicht bevormunden. Klimaziele ja, staatliche Vorschriften nein. Die Bevölkerung will selbst entscheiden, wie sie heizt, wohnt oder mobil ist, und sie wehrt sich gegen übertriebene Regulierung, egal von welcher Seite sie kommt.
Das Energiegesetz war vielen schlicht zu ambitioniert: Netto-Null bis 2040, verbunden mit hohen Kosten und massiven Eingriffen in den Alltag. Der klare Nein-Stimmen-Anteil zeigt, dass Selbstbestimmung im Zentrum der Entscheidung stand.
Dieses Muster dürfte sich hoffentlich bei der kommenden Ernährungsinitiative von Franziska Herren, die 2026 vors Volk kommt, wiederholen. Die Initiative, oft als Vegan-Zwang bezeichnet, will den Fleischkonsum stark einschränken und die Schweizer Ernährungspolitik auf pflanzliche Produkte ausrichten. Wie schon beim Energiegesetz werden die Menschen hier abwägen: Wie viel Regulierung akzeptieren sie, wenn der Staat ihnen vorschreibt, was auf den Teller kommt?
Die Abstimmung zeigt, dass der Stimmbürger klare Grenzen zieht: Er übernimmt Verantwortung, aber er will frei entscheiden. Ob beim Heizen oder beim Essen – jede Vorlage, die nach staatlicher Bevormundung riecht, läuft Gefahr, kläglich zu scheitern. Zürich hat mit dem Nein zum Energiegesetz eindrücklich gezeigt, dass Selbstbestimmung mehr zählt als parteipolitische Mehrheiten oder wohlklingende Klimaziele.