Bis nächstes Jahr sollte das grundlegende Gerüst der AP30+ stehen. Doch aktuell ist – zumindest an der landwirtschaftlichen Basis – erstaunlich wenig wirklich bekannt. Während Bauernfamilien und Kantone auf klare Signale warten, hält das BLW krampfhaft an den Lenkungsabgaben fest, die in der Praxis kaum jemand unterstützt. Der politische Widerstand formiert sich längst, doch im Departement scheint man diesen Punkt nicht loslassen zu wollen.
Gerne wird bei jeder Gelegenheit die administrative Vereinfachung betont. Doch was nach Entlastung klingt, erweist sich bei näherem Hinsehen als Schönfärberei. Denn vereinfacht wird primär aus Sicht des BLW: Programme werden zusammengelegt, Begriffe neu geordnet, Verantwortlichkeiten verschoben. Für die Betriebe selbst oder die kantonalen Verwaltungen sind hingegen keine massiven Vereinfachungen vorgesehen. Die Bauernfamilien, die täglich mit dem System arbeiten, werden davon wenig spüren – wenn überhaupt.
Seit drei Jahren wird ein «grosser Wurf» versprochen. Eine Reform, die echte Wertschöpfung stärkt, die Produktion absichert und den Administrativberg spürbar reduziert, wie es das Parlament gefordert hat. Davon bleibt heute wenig übrig. Stattdessen droht eine Agrarpolitik, die vor allem aus ideologisch gefärbten Korrekturen besteht – und aus einzelnen Elementen des Zürcher ZiBiF, die nun als grosse Errungenschaft präsentiert werden.
Am Ende könnten wir schon froh sein, wenn möglichst viel beim Alten bleibt und die Lenkungsabgaben politisch verhindert werden. Doch vielleicht – und das wäre zu hoffen – gelingt der grosse Wurf ja doch noch in den kommenden sechs Monaten. Sicher ist nur: Die Erwartungen sind hoch. Das Vertrauen hingegen sinkt. Und die Geduld der Basis ist schon länger am Anschlag.