Wir leben in struben Zeiten. Kriege, Hungersnöte, Gewalt, Flüchtlingsströme und Schuldenberge. In Europa wurden in den letzten Jahrzehnten die Armeen ab- und der Sozialstaat ausgebaut. Die Bauern in Europa stehen auf der Strasse und demonstrieren gegen die Classes Politiques und deren politischen Entscheide. Geplante Freihandelsabkommen und schwer verständliche Verwaltungsentscheide treiben die Bauern zum Protest.
Je schneller sich die Welt dreht, desto dringender wird die Frage: Wo ist unser Platz? Wo der Platz unserer Landwirtschaft? Wo der Platz der Schweiz? Näher bei Europa? Näher beim globalen Handel? Wieder näher bei uns selbst?
Liebe Bäuerinnen, lieber Bauern, fürchtet euch nicht! So lautet die biblische Botschaft der Weihnachtsgeschichte, die aktueller nicht sein könnte. Wir alle fürchten uns, wir alle haben Ängste. Wir alle fragen uns, in welcher Welt unsere Kinder aufwachsen werden. Wir fragen uns, ob unsere Betriebe weiter bestehen können und für die Zukunft richtig aufgestellt sind. Und ob wir in den nächsten Jahren unseren finanziellen Verpflichtungen nachkommen können. Durch den sinkenden Selbstversorgungsgrad in der Schweiz, die fallenden Produktionspreise für unsere Nahrungsmittel, die immer grössere Margenspanne zugunsten der nachgelagerten Branchen und die Geringschätzung des Wertes unseres Essens werden die Sorgenfalten bei euch bestimmt nicht kleiner. Und die Aussicht auf ein sorgenfreieres Wirtschaften im Zuge der kommenden Agrarreform scheint noch in weiter Ferne zu sein.
Lasst euch von niemandem einreden, dass eure Sorgen nicht gerechtfertigt seien. Sich um sich, um das engste Umfeld und den Betrieb zu kümmern, ist sehr wichtig und nachvollziehbar.
Mit klarem Blick und offenem Herzen sollten wir deshalb in die ungewisse Zukunft schreiten. Folgen wir den Lichtern der Adventszeit, dem Licht der Liebe und der Hoffnung. Es mag da draussen noch so kalt und dunkel sein. Wir wissen, dass es Hoffnung gibt.
Geniesst die frohen Stunden der Weihnachtszeit mit eurer Familie und Freunden. Nehmt euch Zeit, um in euch zu lauschen, um offen zu sein für die frohe Botschaft. Und erschreckt nicht, wenn diese, allen Sorgen zum Trotz, euch tatsächlich erreichen sollte. Ich wünsche euch allen eine wunderschöne und besinnliche Weihnachtszeit. Fürchtet euch nicht!