Mit dem kantonalen Richtplan 2015 hat der Kanton Zürich einen grundlegenden Richtungswechsel in der Raumplanung vollzogen. Während früher dem Bevölkerungswachstum mit immer neuen Einzonungen begegnet wurde, blieb das Siedlungsgebiet seither trotz anhaltenden Wachstums stabil. Die Bevölkerung wächst nach wie vor um rund ein Prozent pro Jahr. Seit 2015 entspricht dies einem Zuwachs von über 170 000 Personen. Setzt sich diese Entwicklung fort, dürfte die Marke von zwei Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern bereits vor 2050 überschritten werden.
Dass heute deutlich mehr Menschen auf gleicher Fläche leben, ist nur dank konsequenter innerer Verdichtung möglich. Kleinere und ältere Bauten wurden durch grössere, dichtere Überbauungen ersetzt. Diese Strategie zeigt Wirkung: Die überbaute Fläche pro Kopf ist in den letzten zehn Jahren um rund 17 Quadratmeter auf heute 98 Quadratmeter gesunken. Die Auslastung der bestehenden Bauzonen ist damit sehr hoch. Rein rechnerisch könnte der Kanton Zürich aus Sicht des Bundes weitere Einzonungen rechtfertigen.
Gerade aus Sicht der Landwirtschaft wäre dies jedoch der falsche Weg. Zusätzliche Bauzonen gehen fast immer zulasten wertvoller Landwirtschaftsflächen und nicht selten zulasten von Fruchtfolgeflächen. Die restriktive Einzonungspolitik ist deshalb kein Selbstzweck, sondern ein zentraler Beitrag zur Ernährungssicherheit und zum verantwortungsvollen Umgang mit der begrenzten Ressource Boden als wahrgenommene Verantwortung gegenüber künftigen Generationen.
Der politische Druck dürfte in den kommenden Jahren zunehmen. Wohnungsnot, steigende Bodenpreise und der Ruf nach zusätzlichen Freizeit- und Erholungsflächen stellen die heutige Strategie zunehmend infrage. Wenn jedoch weiteres Bevölkerungswachstum politisch gewollt ist, darf dies nicht automatisch neue Einzonungen nach sich ziehen. Dauerhafte Lösungen liegen in einer konsequenten Nutzung des bestehenden Siedlungsgebiets. Diesen Weg gilt es weiterzugehen und die kantonale Baudirektion dabei klar zu unterstützen.