Im Artikel «Wir sind Zukunft» (siehe «Aktuelles» auf der Titelseite der dieswöchigen Print-Ausgabe des Zürcher Bauers) wird ausgeblendet, dass die Schweiz im internationalen Vergleich bereits tief liegt: Laut Agrarbericht 2025 beträgt das Angebot rund 50 kg Fleisch pro Person und Jahr. Zum Vergleich: in Frankreich sind es über 80 kg. Trotzdem werden neue Zwangsmassnahmen wie eine CO₂-Abgabe diskutiert — ein unverhältnismässiger Eingriff in die Konsumfreiheit und eine zusätzliche Belastung für bäuerliche Familienbetriebe. Denn, wie wir wissen, entscheidet beim Konsumenten nur der Preis. Wird Fleisch teurer, wird billiges Importfleisch gekauft oder gleich im Ausland eingekauft. Eine Belohnung für fragwürdige Haltungsstandards im Ausland wäre die Folge.
Auch geistert einmal mehr das Gespenst der Regenwaldzerstörung herum. Bei der Diskussion um Globi konnten wir dies bereits entkräften. Warum wird diese Behauptung schon wieder aufgewärmt? Hier noch einmal zum Verständnis aller: unsere Futtermittel werden in der Schweiz und Europa produziert und nicht im brasilianischen Regenwald.
Bäuerinnen und Bauern produzieren, was nachgefragt wird. Der Fleischkonsum pro Kopf bleibt seit Jahren gleich, die oft diskutierte Ernährungswende ist nicht in Sicht. Viele Schweizer mögen sich jetzt als Flexitarier bezeichnen, aber ob sie deswegen wirklich weniger Fleisch essen, darf man bezweifeln. Der Konsument will mehr Poulet? Also produzieren wir mehr Poulet.
Gerade die Zürcher Landwirtschaft steht für hohe Standards, standortangepasste Tierbestände und regionale Verantwortung. Wer Umwelt- und Klimaschutz ernst meint, sollte die Schweizer Tierhaltung stärken, statt sie pauschal zu verurteilen. Regionale, verantwortungsvolle Produktion ist Teil der Lösung — nicht Teil des Problems.