Diese Woche hat Guy Parmelin die vom Gesamtbundesrat verabschiedeten Eckwerte der AP 2030 präsentiert. Wer die Diskussionen der letzten Monate verfolgt hat, erlebte eine echte Überraschung: Die geplanten Lenkungsabgaben sind vom Tisch. Zu lange hielt das BLW an diesem Rettungsanker fest – wohl auch auf Kosten neuer Impulse. Insgesamt zeigt sich: Die bisherige Agrarpolitik bleibt Fundament der künftigen AP. Ende 2026 geht die Vorlage in die Vernehmlassung mit folgenden Anpassungen:
- Mehr Unterstützung für die Milchwirtschaft (höhere Zulagen)
- Förderung des Flächenwachstums durch höhere SAK und strengere Bildungsanforderungen für Direktzahlungen
- Stärkung pflanzlicher Kulturen für die menschliche Ernährung
- Digitalisierung zur Effizienzsteigerung
- Ergebnisorientierte Direktzahlungen bei Produktionssystem- und Biodiversitätsbeiträgen
- Vereinfachung des Direktzahlungssystems (weniger Beitragskategorien)
- Nachhaltigkeitsindikatoren auf allen drei Ebenen
- Stärkere Marktposition der Landwirtschaft
- Ausbau von Selbsthilfemassnahmen
Manches klingt vielversprechend. Entscheidend bleibt jedoch die Kernfrage: Wie steigert diese Agrarpolitik die Wertschöpfung auf unseren Betrieben – und damit die Einkommen? Wachstum um jeden Preis kann nicht die Antwort sein. Wer Betriebe zur Skalierung drängt, opfert die soziale Nachhaltigkeit: Das Risiko der Betriebe steigt, ebenso die Arbeitsbelastung. Dies alles erhöht die psychische Belastung und den Stress der Bauernfamilien. Gefragt sind also auch sozial tragfähige Lösungen. Darauf darf man gespannt sein.