Es ist eine bewährte Tradition unter den Ostschweizer Bauernverbänden: Tritt ein neuer Geschäftsführer sein Amt an, nutzt er die Gelegenheit, die Geschäftsstellen der benachbarten Verbände zu besuchen und sich vor Ort ein Bild von deren Arbeit zu machen. Diese Woche pflegten gleich zwei «Neue» diese Tradition.
Mit Hansruedi Thoma, seit Mitte letzten Jahres Geschäftsführer des St. Galler Bauernverbandes, und Peter Hinder, der per 1. Januar 2026 die Geschäftsführung des Verbands Thurgauer Landwirtschaft übernommen hat, waren gleich zwei neue Amtsinhaber in Dübendorf zu Gast. Ziel ihres Besuchs beim Zürcher Bauernverband (ZBV) war es, Einblicke in die Tätigkeit der Geschäftsstelle zu erhalten und den persönlichen Austausch zu pflegen.
Schutzverordnungen sind auch Thema im Kanton St. Gallen
Neben der Vorstellung des ZBV und der Präsentation des Dienstleistungsangebots stand insbesondere auch die Diskussion über mögliche Formen der Zusammenarbeit im Zentrum. Es war zu erwarten, dass die Verbände in vielen Bereichen mit ähnlichen Herausforderungen konfrontiert sind. So beschäftigt man sich im Kanton St. Gallen derzeit ebenfalls intensiv mit Schutzverordnungen. Ein Thema, das auch im Kanton Zürich für hitzige Diskussionen sorgt. In diesem Zusammenhang konnten bereits erste konkrete Ansätze für eine verstärkte Zusammenarbeit skizziert werden. Vertiefende Einschätzungen dazu finden sich im «Nachgefragt bei …» mit Hansruedi Thoma.
Erweiterung des Dienstleistungsangebot ist denkbar
Unterschiedliche Bedürfnisse zeigten sich hingegen beim Verband Thurgauer Landwirtschaft. Dort liegt der Fokus aktuell verstärkt auf der Beratung der Mitglieder bei Schlichtungsverfahren sowie konkrete Hilfestellungen bei der Umsetzung der Raumplanungsverordnung. Der Zürcher Bauernverband hat in diesem Bereichen bereits Erfahrung gesammelt und bot Unterstützung an.
Darüber hinaus wurde auch über eine mögliche Erweiterung des gemeinsamen Dienstleistungsangebots nachgedacht, insbesondere im rechtlichen Bereich. Ziel wäre es, den Bauernfamilien in den drei Kantonen künftig noch umfassendere Unterstützung bieten zu können. Entsprechende Abklärungen und erste Schritte sollen nun geprüft werden.
ZBV strebt intensivere Zusammenarbeit an
Der Austausch machte deutlich, dass ähnliche Fragestellungen in allen Kantonen an Bedeutung gewinnen, jedoch teilweise unterschiedlich gehandhabt werden. Gerade hierin liegt jedoch auch eine Chance: Der zukünftig regelmässige Austausch soll ermöglichen, voneinander zu lernen, unterschiedliche Lösungsansätze zu vergleichen und gemeinsam praxistaugliche Wege zu entwickeln.
Für den Zürcher Bauernverband ist klar: Solche Treffen sind mehr als ein informativer Pflichttermin. Sie bilden die Grundlage für eine engere und zielgerichtete Zusammenarbeit über Kantonsgrenzen hinweg. Der Besuch aus St. Gallen und Thurgau könnte somit den Auftakt für eine künftig noch intensivere Zusammenarbeit darstellen.