Die Bevölkerung im Kanton Zürich wächst im schweizweiten Vergleich überdurchschnittlich stark. Gemäss Prognosen des Bundesamts für Statistik wird die Bevölkerungszahl bis 2055 stärker als im nationalen Durchschnitt zunehmen und je nach Szenario auf bis zu 2,185 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner ansteigen. Besonders ausgeprägt ist dieses Wachstum in ländlich geprägten Regionen wie dem Furttal, dem Pfannenstiel oder dem Weinland.
Verdichtung wird an ihre Grenzen stossen
Der Kanton Zürich weist bereits heute einen sehr hohen Überbauungsgrad von 97,7 Prozent der Bauzonen auf. Gleichzeitig treibt das Bevölkerungswachstum den Bedarf an zusätzlichem Wohnraum weiter an. Der Kanton setzt dabei auf innere Verdichtung. Diese Strategie unterstützt der ZBV, weist jedoch darauf hin, dass dieser Ansatz an seine Grenzen stossen wird. Die gleichen Stimmen, die das Wachstum aktuell als unproblematisch sehen, werden in Zukunft für Neueinzonungen für Bauland laut. Genau diese Entwicklung muss zwingend verhindert werden. Zusätzliche Bauzonen erhöhen den Druck auf Fruchtfolgeflächen, also auf jene besonders wertvollen Böden, die für die Nahrungsmittelproduktion zentral sind. Der Schutz dieser Flächen ist für die langfristige Versorgungssicherheit mit Lebensmitteln entscheidend.
Arbeitnehmer mit Status L nicht davon betroffen
Erntehelfer in der Landwirtschaft erhalten mit dem Ausweis L eine Kurzaufenthaltsbewilligung mit einer Gültigkeit von meistens drei bis zwölf Monaten. Zwar fliessen diese Personen in die Bevölkerungsstatistik mit ein, zählen aber nicht zur ständigen Wohnbevölkerung wie Personen mit dem Ausweis B oder C. Daher sind temporäre Arbeitskräfte oder Saisonniers von den Bestimmungen der Initiative ausgeschlossen.
Stärkung des Schutzes von Fruchtfolgeflächen
Entgegen dem Entscheid des Schweizer Bauernverbandes, welcher Stimmfreigabe beschloss, hat sich der Vorstand des Zürcher Bauernverbandes einstimmig für die Ja-Parole zur eidgenössischen Volksinitiative «Keine 10-Millionen-Schweiz!» (Nachhaltigkeitsinitiative) ausgesprochen. Die Initiative setzt ein wichtiges Signal, um das Bevölkerungswachstum und dessen Auswirkungen auf Raumplanung, Landwirtschaft und Ressourcen stärker zu berücksichtigen sowie den gesetzlich verankerten Schutz der Fruchtfolgeflächen zu stärken.
Nachhaltige Bevölkerungsentwicklung gefordert
Die Nachhaltigkeitsinitiative «Keine 10-Millionen-Schweiz» will, dass die ständige Wohnbevölkerung der Schweiz bis 2050 die 10-Millionen-Grenze nicht überschreitet. Bei einer Überschreitung von 9,5 Millionen ist der Bundesrat verpflichtet, Massnahmen im Asylbereich und beim Familiennachzug zu treffen. Das Ziel soll durch Förderung einer nachhaltigen Bevölkerungsentwicklung von Bund und Kantonen erreicht werden. Über die Vorlage entscheidet das Volk am 14. Juni 2026.