Als Gast durfte ich an der sehr eindrücklichen und perfekt organisierten Delegiertenversammlung des VSGP teilnehmen – mit besonderem Fokus auf ein politisch und strategisch zentrales Traktandum: die künftige Mitgliedschaft beim SBV.
Seit 2018 war der Verband Schweizer Gemüseproduzenten nicht mehr Teil des SBV. Der damalige Austritt erfolgte nach Differenzen über die Höhe der Mitgliederbeiträge sowie über die Rolle und Gewichtung der Branche innerhalb des Dachverbandes. In der Folge setzte der VSGP bewusst auf Eigenständigkeit, stärkte seine Geschäftsstelle und profilierte sich als autonomer Akteur in der agrarpolitischen Landschaft.
Rückblickend lässt sich festhalten: Diese Strategie brachte durchaus Wirkung. Der Verband trat auf nationaler Ebene sichtbarer, teilweise auch konfrontativer auf und konnte in einzelnen Dossiers seine Positionen klarer durchsetzen. Ein Beispiel dafür ist das Projekt Digiflux, dem der VSGP von Beginn weg kritisch bis ablehnend gegenüberstand. Mit Unterstützung seines politisch bestens vernetzten Präsidenten, Ständerat Werner Salzmann, gelang es ihm, in der Weiterentwicklung des Projekts substanzielle Anpassungen zu bewirken. Während der SBV in dieser Frage eher moderierend agierte, positionierte sich der VSGP deutlich schärfer.
Trotz dieser Erfahrungen hat die Delegiertenversammlung nun mit grosser Mehrheit die Rückkehr in den SBV beschlossen. Dieser Entscheid ist zu begrüssen. Gerade in einer zunehmend komplexen agrarpolitischen Umgebung wird es entscheidend sein, dass die landwirtschaftlichen Branchen ihre Kräfte bündeln und sich in zentralen Fragen geschlossen positionieren.
Die Herausforderungen der Zukunft – von regulatorischen Vorgaben über Marktfragen bis hin zur gesellschaftlichen Akzeptanz der Landwirtschaft – lassen sich nur mit vereinten Kräften bewältigen. Unterschiedliche Interessen bleiben legitim, doch sie entfalten ihre Wirkung am stärksten innerhalb eines koordinierten, gemeinsamen Auftritts.
Die Rückkehr des VSGP ist damit mehr als ein organisatorischer Schritt. Sie ist ein Signal: Für mehr Geschlossenheit, mehr politische Schlagkraft und letztlich für eine stärkere Vertretung der gesamten Schweizer Landwirtschaft.