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Kommentar der Woche

Das Problem PFAS proaktiv angehen

Der Präsident des ZBV, Martin Haab, mit dem Kommentar der Woche. Bild: zVg
Martin Haab, Präsident Zürcher Bauernverband

Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS), oft als «Ewigkeits-Chemikalien» bezeichnet, rücken zunehmend in den Fokus der Öffentlichkeit. Diese industriell hergestellten Stoffe sind extrem langlebig und bauen sich in der Umwelt kaum ab. Dadurch können sie sich in Böden, Wasser und letztlich auch in Lebensmitteln wie Milch anreichern.

Der ZBV hat sich gemeinsam mit der kantonalen Verwaltung für ein möglichst umfassendes und aussagekräftiges Monitoring der PFAS-Belastung in der Milch auf Ebene der Einzelbetriebe eingesetzt. Über 95% der Zürcher Milchbetriebe haben sich daran beteiligt. Auch weitere Ostschweizer Kantone haben umfassende Einzelbetriebs-Proben erhoben und haben bereits eine Übersicht über die Verbreitung von PFAS in ihrem Gebiet.

Die Ergebnisse Im Kanton Zürich zeigen, dass rund 10% der Betriebe am jeweiligen Probentag Werte über dem zugrunde gelegten Richtwert (kein Höchstwert) aufwiesen. Für diese Betriebe wurde eine gezielte Ursachenanalyse empfohlen, um mögliche Einflussfaktoren besser zu identifizieren. Ein grosser Teil der betroffenen Betriebsleiter hat dieses Angebot bereits angenommen. Mit zusätzlichen 2–3 Nachproben soll aufgezeigt werden, inwiefern unterschiedliche Rahmenbedingungen zu variierenden Ergebnissen führen. Untersucht werden dabei unter anderem Sommer- und Winterfütterung, Weide- und Stallhaltung sowie verschiedene Futterrationen aus unterschiedlichen Parzellen. Auch Wasserproben in den Ställen können unter Umständen aufschlussreiche Erkenntnisse liefern. Die ersten Resultate der Nach-Beprobungen bestätigen unsere Vermutungen, dass die Probenergebnisse durchaus variieren können.

Wir erwarten, dass die vertiefte Auswertung dazu beiträgt, konkrete und praxistaugliche Strategien für betroffene Betriebe zu entwickeln. Genau dies war die Motivation des Kantons Zürich, dieses Monitoring frühzeitig zu initiieren. Sollte dann irgendwann in der Zukunft, über einen Grenzwert in unserem Land diskutiert werden, erhofft sich der ZBV, dass die Datengrundlage, welche erarbeitet wurde, sowie die Erkenntnisse daraus von grossem nationalem Nutzen sein können.

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