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Kommentar der Woche

Landwirtschaft braucht wirtschaftlich erfolgreiche Schweiz

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Markus Bopp, Vorstand ZBV, Otelfingen

Der Zürcher Bauernverband hat die Ja-Parole zur Nachhaltigkeitsinitiative «Keine 10-Millionen-Schweiz» beschlossen. Die Bevölkerung der Schweiz wächst rund 16-mal schneller als die Bevölkerung in Deutschland. Im Kanton Zürich werden im Jahr 2055 je nach Szenario rund 2,2 Millionen Menschen erwartet. Dieses starke Wachstum erhöht den Druck auf die Landwirtschaftsflächen, insbesondere auf die wertvollen Fruchtfolgeflächen, welche für eine sichere Versorgung mit Nahrungsmitteln unersetzbar sind. Nebst den landwirtschaftlich begründeten Argumenten für die Initiative sprechen aus meiner Sicht weitere Gründe für ein Ja. Die hiesige Landwirtschaft ist auf eine wirtschaftlich erfolgreiche Schweiz angewiesen, wo der Wohlstand der einzelnen Personen dafür sorgt, dass die hochwertigen Produkte unserer Bauernbetriebe gekauft werden. Leider zeigen die Zahlen, dass das Bruttoinlandprodukt pro Kopf nur noch leicht ansteigend bis stagnierend ist. Dies bedeutet, dass das gesamte BIP der Schweiz ansteigt, aber es wird jedes Jahr durch rund 100 000 Menschen mehr geteilt. Der Kuchen wird somit grösser, aber muss durch mehr Menschen geteilt werden. Das einzelne Kuchenstück wird nicht grösser, sondern bleibt gleich gross. Weiter muss beachtet werden, dass die EU in ihrer heutigen Form nicht so bleibt, wie sie ist, sondern sie wird massiv grösser werden. Folgende Länder sind Beitrittskandidaten der EU: Albanien, Bosnien und Herzegowina, Georgien, Moldau, Montenegro, Nordmazedonien, Serbien, Türkei und die Ukraine. Mit diesen Ländern wird die EU um rund 130 Millionen Menschen erweitert. Und alle diese Menschen geniessen die volle Personenfreizügigkeit mit der Schweiz. Da sämtliche Länder einen tieferen Wohlstand aufweisen als die Schweiz, wird logischerweise der Zuwanderungsdruck in die Schweiz weiter ansteigen. Die Schweiz ist mit den Infrastrukturbauten wie Schulhäusern, öffentlichem Verkehr, Sportplätzen etc. bereits jetzt im Rückstand. Noch mehr Menschen bedeuten weitere Infrastrukturbauten, die viel Landwirtschaftsland beanspruchen. Der Druck auf die Landwirtschaftsflächen wird weiter erhöht. Aus diesen Gründen werde ich ein Ja zur «Keine 10-Millionen-Schweiz»-Initiative einlegen.

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