Als ich diesen Frühling in einer Fachzeitschrift den Artikel über das Digiflux gelesen habe, blieb mir fast die Spucke weg. Die Debatte über dieses Bürokratiemonster in den Eidgenössischen Räten erinnert stark an jene über die 3,5 Prozent BFF auf der Ackerfläche vor zirka einem Jahr. Und es hat den Anschein, als ob einige Politikerinnen und Politiker uns Bauern eins auswischen wollen, weil man damals die 3,5 Prozent BFF vom Tisch brachte.
Zudem finde ich eine Aussage von Bundesrat Guy Parmelin besonders anrüchig. Wenn man eine Entscheidung des Parlaments rückgängig mache, verstosse das gegen Treu und Glauben. Da muss ich schon mindestens zweimal schlucken bei einer solchen Aussage des SVP-Bundesrats Parmelin, der ja auch ein Bauer war. Da kommen in mir Erinnerungen auf über Volksinitiativen, die der Schweizer Stimmbürger angenommen und der Bund nie umgesetzt hat. In diesem Zusammenhang ist das für mich kein Argument, das mich überzeugt. Im Gegenteil, so macht sich Bundesrat Parmelin eher lächerlich.
Die Kosten von diesem Stasiprogramm der totalen Überwachung des Handels von Pflanzenschutzmitteln und Dünger werden von den Händlern sicher gradlinig den Bauern übertragen. Die Teuerung der letzten fünf Jahre reicht offenbar nicht.
Auch auf Kantonsebene laufen einmal mehr komische Sachen. Es sind wieder verschiedene Abhumusierungsprojekte im Köcher des ALN. Auch auf guten Fruchtfolgeflächen. Dies stimmt mich äusserst nachdenklich, wie man mit unseren Böden umgeht und deren wertvollem Humus. Besonders wenn man den allzeit tiefen Selbstversorgungsgrad mit Lebensmitteln in unserer Eidgenossenschaft von bedenklichen 46 Prozent betrachtet. Auch kann ich nicht verstehen, dass mit schweren Baumaschinen, die jeden Tag hunderte Liter Diesel verschlucken, solche Projekte im Namen des Naturschutzes ausgeführt werden. Meiner Meinung nach müsste dies alles per Hand geschehen, ohne Hilfe von Baggern. Es bleibt nur die Hoffnung, dass irgendwann die Politik zur Vernunft kommt und weniger oder besser gar kein Geld für solchen Blödsinn spricht.