Wer hätte es für möglich gehalten? Durch die immer stärker steigenden Importmengen beim Nüsslisalat sinken die Konsumzahlen um über 1000 Tonnen pro Jahr. Der meiste im Ausland produzierte Nüsslisalat oder, wie ihn unsere Nachbarn nennen, «Feldsalat» aus der Gattung der Baldriangewächse, war einst einer der wichtigsten oder bei einzelnen Betrieben sogar der wichtigste Salat in unseren Gärtnereien. Wir haben unsere Konsumenten mit sauber gerüstetem, frei von Wurzeln und gelben Blättern geputztem Nüsslisalat verwöhnt. Die Verkaufszahlen sind trotz des verhältnismässig hohen Preises kontinuierlich gestiegen, weil das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmte. Die Grossverteiler haben ihn im Offenverkauf oder abgepackt angeboten und dies immer in der beschriebenen hohen Schweizer Qualität. Was ist passiert? Um den Gewinn zu optimieren – dieses Mal sind dies nicht die abzockenden Bänker –, wird vor allem in der Fertigsalatproduktion immer mehr Nüsslisalat importiert und dies selten in der vom Konsumenten gewohnten Schweizer Qualität! Meist wird der aus Frankreich, Italien oder Belgien eingekaufte Nüsslisalat mit der Maschine geerntet und ist dementsprechend in einer mit Wurzeln und Keimblättern behafteten Qualität. Dies entspricht nicht unserem Standard. Das Allerschlimmste ist aber die Tatsache, dass auch in einer Zeit importiert wird, in der wir unseren Nüsslisalat nicht verkaufen können und ihn fräsen oder kompostieren müssen – Food Waste beginnt bereits auf dem Feld – …! Das Resultat: Die Verkaufszahlen sind in den letzten Jahren von rund 5300 Tonnen auf 4200 Tonnen gesunken – danke, ihr super Einkäufer …!!!
Auch bei anderen Produkten, wie Spinat, Kopfsalat usw., steigen die Importe stetig an. Und das trotz der Tarifizierung, die uns vor solchen Importen schützen sollte. Ein Grund ist, dass wir durch den schwachen Euro rund 58% an Grenzschutz verloren haben. Hier muss dringend eine Anpassung vorgenommen werden. Es darf nicht sein, dass der Konsument, der Schweizer Gemüse essen möchte, immer mehr Importe konsumieren muss. Und dies nur, weil gierige Unternehmen bessere Renditen erwirtschaften wollen. Das Resultat ist, dass diese Produkte nicht mehr in der Schweiz produziert werden und unsere Konsumenten mit Billigramsch aus dem Ausland vorliebnehmen müssen, wodurch der Verzehr noch mehr abnimmt.