Aktuelles ZBV
Auf den Punkt gebracht

Das ALN misst mit verschieden langen Ellen

Martin Streit bringt es diese Woche auf den Punkt. Bild: ZBV
Martin Streit, Beratung Umwelt

Letzte Woche ging Ursina Wiedmer in einem längeren Interview im Zürcher Bauer auf verschiedene Aspekte des Bodenabtrags ein. Dabei erwähnte sie eine Literaturstudie, die von der FNS und dem ZBV in Auftrag gegeben wurde. Das ist korrekt und auch die Aussage stimmt, dass in der Literatur keine effektiveren Massnahmen zur kurzfristigen Nährstoffreduktion bekannt sind als der Oberbodenabtrag. Der Zeithorizont wurde in der Fragestellung auf 10 Jahre festgelegt. Diese Erkenntnis festigt die Haltung der FNS, sie wird also 1:1 aus dem Bericht des Synthesezentrums Biodiversität übernommen. Anders sieht es bei der Bodenbiodiversität aus. Weil da diverse Fragen offenbleiben, übernimmt Ursina Wiedmer sehr selektiv Aussagen von Agroscope und stellt diese als allgemeingültig dar. Sie erwähnt eine Langzeitstudie, die besage, dass sich die Bodenbiodiversität nach einem Bodenabtrag «bald wieder erhole». Bei der Abmagerung eines Bodens geht es der FNS zu lange, wenn es 10 Jahre dauert. Bei der Bodenbiodiversität hingegen bedeuten 20–30 Jahre eine «baldige» Erholung. Denn von diesem Zeithorizont spricht diese Studie von Agroscope. Da misst die FNS mit unterschiedlichen Ellen. Zudem hat sich der Verfasser der aktuellen Literaturstudie zu dieser Langzeitstudie in dem Sinn geäussert, dass diese nicht als allgemein anwendbar gelten darf. Er erwähnt in seinem Bericht klar, dass die wissenschaftliche Datenlage über die Biodiversität im Boden lückenhaft sei. Die Aussage von Ursina Wiedmer basiert auf einer einzigen Studie. Schade, dass sich die FNS dieser Tatsache nicht stellt und ehrlich zugeben kann, dass sie nicht genau weiss, was bei einer Abhumusierung mit der Bodenbiodiversität passiert. Das würde von Grösse und ehrlicher Kommunikation zeugen!

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