Es kribbelt im kleinen Zeh und in den Fingerspitzen – die Gartensaison ist endlich wieder da! Bei mir heisst Gartenarbeit konkret: Umgebungspflege und Blumenschmuck am Haus. Jedes Jahr leuchtet es bunt in der Agenda, wenn der Einkauf im Gartencenter ansteht. Blumengärtnereien sind wohl das Paradies auf Erden. Das Schlaraffenland fürs Landfrauenauge. Ich streife vorbei an langen Blumentischen und tauche ein in Farben und Düfte. Vor dem inneren Auge sehe ich stolze Berner Bauernhäuser, welche über vier Stockwerke grosszügig mit roten Hängegeranien geschmückt sind. Die Fenster sind kaum mehr zu sehen, so üppig ist das Blütenwerk.
Der Wagen ist bald gefüllt und der Kassenzettel einen gefühlten Meter lang. Zurück zuhause stehe ich dann vor einem Berg leerer Blumenkisten. Daneben ein Palett mit Gartenerde und ein Kofferraum voller Setzlinge. Wo soll ich bloss anfangen? Hätte ich nicht doch zuerst noch die Fenster putzen sollen? Und wie war das nochmal im letzten Jahr, als der Dickmaulrüssler im Herbst mit seinem Appetit und den fetten Larven die saftigen Pflanzen in jämmerliche braune Stauden verwandelte?
Insgeheim beneide ich nun gerade meine Freundin. Als Karrierefrau in einem Büro in der Stadt Zürich beschränkt sich ihre Umgebungspflege auf ein einziges Blumenkistchen. Schliesslich soll sich auch während den Homeoffice-Tagen das Auge erfreuen. Eine Blumenkiste!
Ich schnaufe mal tief durch und schiebe die demotivierenden Gedanken zur Seite. Gärtnern soll ja besser als eine Therapie wirken. Ärzte und Psychologen sprechen dem Gärtnern gar einen heilenden Effekt zu. Es soll Blutdruck und