Interview Landfrauen
Delegiertenversammlung des ZLV

Traditionell und zukunftsorientiert

Der Vorstand v.l.n.r.: Susanne Fuster, Rita Hollenstein, Manuela Meier, Pam Walther, Regula Brunner. Bild: ZBV
Am 7. April 2026 versammelten sich 136 Stimmberechtigte und zahlreiche Gäste in der Mehrzweckhalle am Strickhof in Winterthur-Wülflingen zur Delegiertenversammlung der Zürcher Landfrauen-Vereinigung (ZLV).
Charlotte Krebs, ZBV

Pünktlich um 18.00 Uhr, ganz wie es sich für eine gut organisierte Landfrauenversammlung gehört, eröffnete die Präsidentin des organisierenden Bezirks Winterthur, Bettina Kappeler, die Delegiertenversammlung. Die Reihen waren bestens gefüllt, die Stimmung top. Nach ein paar kurzen Fakten zum Bezirk Winterthur kündigte sie einen besonderen Gast an, gewissermassen ein Urgestein der Region: Beni Thurnheer. Geboren in Winterthur, wohnhaft heute in Seuzach und immer noch mit unverkennbarer Stimme und viel Witz unterwegs.

Thurnheer nahm das Publikum mit auf eine Reise durch sein ganz persönliches Winterthur. Von A wie Anfang (sprich: seine Geburt vor 77 Jahren) über M wie Mörsburg, wo er schon so manches Fest gefeiert hat, bis hin zu R wie rotes Schulhaus. Dort, so erzählte er augenzwinkernd, sei er zwischen der 4. und 6. Klasse weniger als Fussballspieler aufgefallen, dafür umso mehr als Kommentator in der Pause. Die Richtung war also früh klar.

Mit viel Humor, pointierten Anekdoten und begleitet von herzhaften Lachern führte er durch sein «Winterthur-Alphabet». Zwar ist Thurnheer seit 2018 offiziell pensioniert, aber seither keineswegs leise geworden. Und für alle, die seine Stimme im Fernsehen vermissen, hier noch ein praktischer Tipp für den Alltag: Einfach mal bei der Gemeindeverwaltung Seuzach anrufen. Denn dort führt niemand Geringerer als Thurnheer persönlich durch die Telefonzentrale, charmant, präzise und vermutlich mit der gleichen Begeisterung wie einst bei grossen Sportübertragungen.

Statutarische Geschäfte

Es blüht und wächst, der Frühling ist einfach eine wahre Freude. Mit diesen Worten begrüsste Susanne Fuster, Präsidentin ZLV, die Stimmberechtigen und die zahlreichen Gäste und eröffnete den offiziellen Teil der DV. Der neu gestaltete Jahresbericht steht den Mitgliedern und Interessierten digital zur Verfügung. Rita Holliger, Protokollführerin, konnte darum auf die Verlesung verzichten. Mit grossem Applaus wurde er von der Versammlung abgenommen. 

Solide Finanzen

Die Rechnungsführerin Regula Brunner erläuterte die Jahresrechnung. Durch den Gewinn von rund Fr. 4600.— stieg das Eigenkapital des Verbandes auf gut Fr. 190 000.–. 

Die Geschäftsführerin der Ländlichen Familienhilfe, Karin Keller konnte sich über ein sehr gutes finanzielles Ergebnis des vergangenen Jahres freuen. Der Gewinn von rund Fr. 131 000.— ist auf zahlreiche Spenden und Zuwendungen zurückzuführen. Das beachtliche Eigenkapital von rund 1,2 Mio. bildet einen sicheren Stock für die nächsten Jahre. 

ZLV wie auch die Familienhilfe konnten beide von grosszügigen Spenden aus der Klara Fehr-Stiftung profitieren, die gezielt Projekte für Frauen über 60 fördert. 

Die Abnahme beider Rechnungen und Budgets wie auch die Déchargeerteilung an den Vorstand erfolgte einstimmig.

Aktiv und sichtbar

Auch im 2026 haben die Landfrauen viel vor. Manuela Meier, Präsidentin der KÖW, stellte das Jahresprogramm vor. So sind die Landfrauen aktiv mit diversen Anlässen und Veranstaltungen, aber auch sichtbar wie zum Beispiel durch den Apfelwähentag. 

Stichwort Apfelwähentag

Im vergangenen Jahr wurden am neu lancierten Apfelwähentag an 29 Standorten 3300 Wähenstücke verkauft. Eine grosse Leistung, die nur durch die Mithilfe vieler Frauen möglich war. Der Apfelwähentag 2026 findet am 30. Oktober statt. Standverantwortliche können sich auf www.landfrauen-zh.ch informieren und auch anmelden.

Wahlen

Die Revisorin Michèle Meier Brüllhart wurde aus dem Amt verabschiedet. Neben Sonja Grob amtet neu als Revisorin Elisabeth Peter, Oberwil (Nürensdorf).

Ehrungen

Für einmal standen die Familienhelferinnen der Ländlichen Familienhilfe im Rampenlicht. Das Team aus sechs Frauen, welche Familien in schwierigen Zeiten unterstützen oder auch einmal eine Auszeit für die Bäuerin ermöglichen, wurden mit einem kleinen Präsent und einem sehr herzlichen, langen Applaus geehrt. Ebenfalls geehrt wurden die Absolvierenden der Berufsprüfung. 26 Frauen plus 1 Mann aus dem Kanton Zürich dürfen sich neu Bäuerin/bäuerlicher Haushaltleiter mit eidg. Fachausweis nennen. Verabschiedet wurde die Präsidentin des Bezirksvereins Meilen. Claudia Müller leitete 8 Jahre den Bezirksverein und hat in Corinna Alder, Hombrechtikon, eine motivierte Nachfolgerin gefunden.

Grussworte

Rahel Brütsch, Vorstandsmitglied SBLV und Präsidentin der Kommission Ernährung und Hauswirtschaft, überbrachte das Grusswort aus dem Dachverband. Sie stellte die laufenden Projekte und Veranstaltungen vor und präsentierte stolz das neue Kochbuch der Landfrauen und die Entstehungsgeschichte dazu. «Aus 1 mach 5» widerspiegelt die Werte der Landfrauen und setzt sich für bewussten saisonalen und regionalen Genuss ein. 

Manuela Bamert, Bereichsleitung Bereich Bäuerinnen/bäuerlicher Haushaltleiter nahm die Anwesenden auf einen Rundgang durch die Räumlichkeiten der Bäuerinnenschule mit. Sie unterstrich die Bedeutung einer soliden Ausbildung, damit Frauen gestärkt Verantwortung in Gesellschaft und Betrieb übernehmen können.

Mit den Schlussworten von Susanne Fuster und Bettina Kappeler schloss die Delegiertenversammlung und die Frauen liessen bei Dessert und Kaffee den Abend harmonisch ausklingen.

Die nächste Delegiertenversammlung findet am 13. April 2027, für einmal wieder tagsüber, in Bonstetten im Bezirk Affoltern statt.

Beni Thurnheer erläuterte humorvoll sein «Winterthur-Alphabet». Bild: ZBV
Beni Thurnheer erläuterte humorvoll sein «Winterthur-Alphabet». Bild: ZBV
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