Grundsätzlich gilt: Es ist eher unwahrscheinlich, dass die Stalltechnik selbst der Auslöser für eine PFAS-Belastung ist. Ganz von der Hand weisen lässt sich dieser Punkt jedoch nicht. Vor allem bei älteren Anlagen oder Baustoffen kann eine Belastung nicht vollständig ausgeschlossen werden. Dies gilt es, zu prüfen.
In den Blick geraten dabei insbesondere Rohrleitungen, Dichtungen und Schläuche. Diese können fluorierte Zusatzstoffe enthalten, um sie widerstandsfähiger gegen Chemikalien oder hohe Temperaturen zu machen. Auch Wasserbehälter und Tanks können mit PFAS-haltigen Beschichtungen versehen sein, um Ablagerungen zu verhindern. Ähnliches gilt für den Melkstand oder die Melkanlage, die dank solcher Beschichtungen leichter zu reinigen sind.
Einige PFAS-Verbindungen, bei denen eine schädliche Wirkung nachgewiesen wurde, sind inzwischen verboten. Entsprechend ist die Wahrscheinlichkeit geringer, dass solche Stoffe in neueren Anlagen oder bei Neubauten noch eingesetzt wurden.
Zum Abschluss dieser Serie möchten wir nochmals betonen: PFAS sind ein Thema, mit dem die Landwirtschaft ebenso wie die Bevölkerung konfrontiert ist und das wir nur gemeinsam als Gesellschaft lösen können.
Gleichzeitig gibt es auch eine gute Nachricht: PFAS gelten zwar als sogenannte «Ewigkeitschemikalien» in der Umwelt, es gibt aber Studien, die darauf hindeuten, dass die Belastung im Tierkörper auch wieder reduziert werden kann. Das heisst, selbst wenn heute eine Belastung in der Milch festgestellt wird, ist es nicht ausgeschlossen, dass mit derselben Herde in Zukunft wieder einwandfreie, qualitativ hochwertige Milch produziert werden kann.
Fakten auf einen Blick
PFAS-Belastungen in der Milch stammen vermutlich mehrheitlich aus Umweltquellen und seltener aus der Stalltechnik. Bei einer aktuellen Belastung kann mit der gleichen Herde langfristig wieder eine einwandfreie Milchproduktion möglich sein.