Die Frage ist komplex, wie das Beispiel Uster zeigt. In der Ustermer Aabachebene zwischen Riedikon und Mönchaltorf wäre der Reisanbau denkbar. Entlang von Gewässern wie dem Aabach gelten jedoch besondere Vorschriften; viele Ämter und auch Naturschutzorganisationen sind involviert. «Doch nur schon beim Land-Ausebnen, was zum Reisanbau unerlässlich ist, gibt es eine erste Hürde, da es sich um eine prioritäre Feuchtschutzfläche handelt,» erzählt Biobauer Oliver Berchtold. Zweite Hürde: Für eine Wasserentnahme im Aabach bräuchte es eine Bewilligung des AWEL. Und beim Aabachdamm wären gewisse bauliche Massnahmen für die Entnahme nötig, was aber das Schutzkonzept ritze. Dritte Hürde: Die Bodendrainage für ein Reisfeld müsste stillgelegt werden, damit der Boden vernässen bzw. verschlämmen kann, was die Bewilligung der Unterhaltsgenossenschaft Drainage erfordern würde. Weitere Hürde: Eine Direktvermarktung des Reises auf dem Hof der Familie Berchtold ist nicht möglich, weil dazu eine bauliche Veränderung erforderlich wäre. Und der Hof liegt in der Schutzzone.
An einer Veranstaltung zum Thema Nassreisanbau in Uster am 22. Oktober 2024 wurde im Publikum die Frage gestellt, weshalb es eigentlich im Kanton Zürich noch keinen Reisanbau gibt. Sind hier die Bauern zu wenig innovativ?
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