Umwelt
Massnahmen zum Start von plan.b

Fünf Biodiversitäts-Massnahmen, die wirken

Alle Massnahmen mit den dazugehörenden Strukturelementen in der Übersicht. Grafik: ZBV

Mit plan.b die Biodiversität stärken – fünf Massnahmen, die wirken

Am 11. November wird der plan.b offiziell lanciert. In den kommenden Tagen erhalten Sie die nötigen Informationen zur Anmeldung. Vorab geben wir Ihnen bereits einen Überblick über die fünf Massnahmen, die mit dem plan.b realisiert werden können.
Barbara Hembd, ZBV

Mit fünf unterschiedlichen Massnahmen können interessierte Landwirtinnen und Landwirte im Rahmen von plan.b gezielt die Biodiversität fördern. Jede Massnahme besteht aus einem oder mehreren Strukturelementen und wurde so konzipiert, dass sie einfach umsetzbar ist. Die für Umsetzung und Pflege entstehenden Aufwände werden vom Projekt getragen und entsprechend entschädigt.

Nachfolgend stellen wir Ihnen die einzelnen Massnahmen im Detail vor.

Einzelbaum anpflanzen

Einzeln stehende Bäume prägen nicht nur das Landschaftsbild, sondern sind zugleich wertvolle Lebensräume für zahlreiche Tierarten. Nuss- oder fruchttragende Bäume dienen Vögeln als Nahrungsquelle und Nistplatz, während Insekten an und unter der Rinde ideale Lebensbedingungen finden. Auch für Weidetiere spenden sie Schatten und tragen so zu deren Wohlbefinden bei. Mit der Massnahme «Einzelbaum anpflanzen» wird gezielt auf diese vielfältigen Funktionen eingegangen. Zur Auswahl stehen zehn einheimische Baumarten, die an unterschiedliche Standorte angepasst sind, das Landschaftsbild prägen und gleichzeitig einen hohen ökologischen Wert besitzen. Einige davon sind in unserer Kulturlandschaft selten geworden – umso wichtiger ist ihre Förderung. Es sind dies:

  • Berg-Ahorn
  • Berg-Ulme
  • Eberesche/Vogelbeere
  • Edel-Kastanie
  • Silber-Weide
  • Schwarz-Erle
  • Sommer-Linde
  • Speierling
  • Stiel-Eiche
  • Vogelkirsche
Einzeln stehende Bäume prägen das Landschaftsbild. Bild: pixabay.com
Einzeln stehende Bäume prägen das Landschaftsbild. Bild: pixabay.com

Nistkästen aufhängen

Nisthilfen bieten Vögeln einen geschützten Ort, um ihre Jungen ungestört aufzuziehen, und Fledermäusen sichere Verstecke für den Tag. Ein Bauernhof ist ideal geeignet, um mit einfachen Massnahmen vielfältige Versteck-, Schlaf- und Nistmöglichkeiten zu schaffen. plan.b bietet Nisthilfen für:

  • Schwalben am Stall
  • für Turmfalken und Schleiereulen an der Scheunenwand 
  • für Fledermäuse und Höhlenbrüter an Bäumen und Ökonomiegebäuden
Nisthilfen bieten sichere Verstecke für Vögel. Bild: Adobe Stock
Nisthilfen bieten sichere Verstecke für Vögel. Bild: Adobe Stock

Hofareal aufwerten

Auf jedem Hofareal gibt es ungenutzte Flächen und Nischen, die sich mit wenig Aufwand zu wertvollen Lebensräumen für Kleintiere und Pflanzen entwickeln lassen. Eine Holzbeige oder ein Ast- bzw. Steinhaufen bieten Rückzugsorte für Kleinsäuger, Amphibien und Reptilien, während Ruderalflächen und Sandlinsen von Insekten als Nistplatz genutzt und von magerkeitsliebenden Pflanzen besiedelt werden. Auch einheimische Sträucher und kleine Gewässer schaffen Lebensraum für eine Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten. Damit die ökologische Wirkung optimal entfaltet wird, umfasst diese Massnahme mehrere Strukturelemente, die sich gegenseitig ergänzen und die Biodiversität nachhaltig fördern.

Jedes Hofareal bietet ungenutzte Flächen und Nischen. Bild: pixabay.com
Jedes Hofareal bietet ungenutzte Flächen und Nischen. Bild: pixabay.com

QI aufwerten

Viele BFF der Qualitätsstufe I weisen einen eher geringen ökologischen Wert auf. Gleichzeitig besitzen sie nur ein eingeschränktes Nutzungspotenzial und haben kaum die Voraussetzungen, um die Anforderungen der Qualitätsstufe II gemäss DZV zu erreichen. Dadurch geraten diese Flächen in ein Dilemma: Für die landwirtschaftliche Nutzung sind sie wenig attraktiv, für die Biodiversität jedoch von begrenztem Nutzen. Mit wenigen, gezielten Massnahmen lässt sich dieser Zustand verbessern. Gehölzgruppen schaffen wertvolle Lebensräume für zahlreiche Tierarten. Ast- und Steinhaufen an sonnigen Standorten bieten zudem Rückzugsorte für Reptilien, Amphibien und kleine Säuger wie Wiesel. Damit diese Flächen ihre ökologische Wirkung voll entfalten können, umfasst die Massnahme die Kombination mehrerer Strukturelemente, die sich gegenseitig ergänzen und den Lebensraum nachhaltig aufwerten.

Mit wenigen Strukturelementen lassen sich QI-Flächen aufwerten. Bild: ZBV
Mit wenigen Strukturelementen lassen sich QI-Flächen aufwerten. Bild: ZBV

Strommasten aufwerten

Flächen unter Strommasten eignen sich besonders gut zur Förderung der Biodiversität. Ihre Bewirtschaftung ist in der Regel nur von Hand möglich und daher sehr arbeitsintensiv. Als Standort für Kleinstrukturen sind sie somit prädestiniert. Ökologisch ist diese Massnahme von hohem Wert: Durch die regelmässige Anordnung der Strommasten entsteht eine natürliche Vernetzung von Lebensräumen, die zahlreichen Tierarten zugutekommt. Mit drei gezielt ausgewählten Kleinstrukturen lässt sich bereits viel erreichen – sei es mit Holzbeigen, Steinhaufen, Sandlinsen oder dornenlosen Gehölzgruppen. Davon profitieren Insekten wie Wildbienen, aber auch Reptilien und Kleinsäuger, die hier Nahrung, Schutz und Unterschlupf finden.

Die ungenutzte Fläche unter Strommasten bietet optimale Voraussetzungen. Bild: Franziska Angele
Die ungenutzte Fläche unter Strommasten bietet optimale Voraussetzungen. Bild: Franziska Angele

Weitere Informationen

Weitere Informationen zu den Massnahmen sowie ein Link zur Anmeldung, welche ab Dienstag, 11. November, möglich sein wird, erhalten Sie auf www.zbv.ch/planb.

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