Umwelt
Martini-PK des Zürcher Bauernverbandes

Eigenmotivation statt Zwang beim Naturschutz

Durch die neue kantonale Schutzverordnung ist Weiden auf Flächen der Familie Kamm zukünftig nicht mehr möglich, die Biodiversität wird dadurch an Qualität deutlich verlieren. Bild: ZBV
An der diesjährigen Martini-Pressekonferenz des Zürcher Bauernverbandes wurde klar: Wer Biodiversität fördern will, muss die Bauernfamilien mit einbeziehen, ihr Wissen respektieren und Eigeninitiative ermöglichen.
Zürcher Bauernverband

Bauernfamilien bewirtschaften oft seit Generationen die gleichen Flächen und kennen die örtlichen Gegebenheiten am besten. Im Naturschutz führen derzeit die rechtlichen Grundlagen, der Prozess und die Probleme zu negativen Konsequenzen bei der Umsetzung von Schutzverordnungen. 

Eigenmotivation wird bestraft mit faktischer Teilenteignung

Auf dem Betrieb der Familie Kamm in Teufen hat die Förderung der Biodiversität eine lange Tradition. Der Betrieb ist auf ein optimales Zusammenspiel zwischen Nutzung und Biodiversität ausgerichtet. So entstand aus einer der Wiesen ein Bijoux mit einem sehr hohen Biodiversitätswert. Durch eine Schutzverordnung wird diese Bewirtschaftung jedoch gefährdet. Das Wissen von Fridolin Kamm über seine Wiese, den Boden und das Mikroklima wird ignoriert und findet keine Beachtung. Als Folge ist zu befürchten, dass die Motivation, derartige Initiativen in Zukunft anzustossten, vollständig verloren geht. Leidtragende ist die Biodiversität, Landwirte verlieren die Freude an der Biodiversität und ergreifen keine Eigeninitiative mehr, um diese zu fördern.

Einbezug von Landwirten auf Augenhöhe

Beat Kamm führte aus, dass es für eine Ausgestaltung des Ausarbeitungsprozess auf Augenhöhe wichtig ist, die betroffenen Landwirte transparent und frühzeitig zu informieren und einzubeziehen. Durch einen Einbezug auf Augenhöhe und Mitspracherecht und Respekt vor dem Wissen der Landwirte muss die Hoheit über die Flächen bei den Landwirten bleiben und damit eine faktische Teilenteignung verhindert werden.

Als eine mögliche Massnahme, um Eigenverantwortung und Selbstbestimmung zu fördern, fordert Steffen Hagenbucher im zweiten Teil seines Referats anstelle von starren Verordnungen freiwillige Verträge, die angepasst werden können und Flexibilität bei der Förderung der Biodiversität und für die Entwicklung des Betriebes bieten.

Offizieller Start des Projekts plan.b

Auch das Projekt plan.b, das anlässlich der Pressekonferenz offiziell gestartet wurde, zielt in Richtung Eigenverantwortung und Qualität statt Quantität. In diesem Projekt werden mittels kleiner, effektiver Massnahmen mit Strukturelementen wie Asthaufen und Einzelbäumen effektive Biodiversitätsförderung ohne Konkurrenz zur Produktion betrieben. 

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