Auf Ackerflächen kann eine Anpassung der Fruchtfolge sinnvoll sein. Geeignete Kulturen auf belasteten Böden können unter anderem Mais oder Gerste sein. Noch günstiger als Silomais ist die Produktion von Maiskolbenschrot oder Maiskolbensilage. Aktuelle Studien zeigen, dass sich PFAS grundsätzlich weniger in Samen und Früchten anreichern als in Blättern und Stängeln.
Auch auf reinen Grünlandflächen bestehen Handlungsoptionen. Um eine zusätzliche Kontamination durch belasteten Boden zu vermeiden, ist gemäss guter landwirtschaftlicher Praxis auf eine nicht zu tiefe Schnitthöhe zu achten. Wenn möglich sollte auf die Beweidung stark belasteter Flächen verzichtet werden, andernfalls ist eine Überweidung konsequent zu vermeiden.
Sind nur einzelne Parzellen betroffen, könnte das Futter verschiedener Flächen gemischt werden. Eine Möglichkeit wäre, bei der Konservierung in Siloballen Ballen von belasteten Flächen klar zu kennzeichnen und nur in kleinen Anteilen in die Futterration einzumischen. Bei Fahrsilos sollte das Futter von belasteten Flächen ebenfalls in geringen Mengen beigefügt und beim Einschichten gleichmässig verteilt werden.
Erste Versuche zum Einsatz von technischen Hilfsmitteln befassen sich mit der Beimischung von Aktivkohle zur Grünsilage vor dem Silieren, um PFAS vor der Aufnahme durch die Tiere zu binden. Aussagekräftige Ergebnisse liegen dazu noch nicht vor. Eine technische Sanierung des Bodens ist aufgrund unverhältnismässig hoher Kosten kaum realistisch. Auch die Phytosanierung ist nur eingeschränkt wirksam und sehr zeitaufwendig.
Raufutter ist die mengenmässig wichtigste Futterquelle für Milchvieh und steht deshalb im Fokus von Massnahmen zur Reduktion der PFAS-Belastung. Voraussetzung für gezielte Anpassungen ist die Klärung, auf welchen Flächen tatsächlich Handlungsbedarf besteht.
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