Wie viele Landwirtschaftsbetriebe hat es noch in Winterthur?
Es gibt noch circa 45 Landwirtschaftsbetriebe in Winterthur. Winterthur gehört somit zu den Gemeinden mit den meisten Betrieben im gesamten Kanton.
Warum haben sich die Winterthurer Bauern für ein Referendum entschieden?
Weil wir nicht verstehen können, dass so eine Aufforstung auf bestem Ackerland gemacht werden muss. Unsere Flächen sind genauso geschützt per Gesetz wie der Wald, und Wald und Landwirtschaft sollten nicht gegeneinander ausgespielt werden. Der Wald kann an einer anderen Lage wieder aufgeforstet werden, da gibt es bestimmt Alternativen, wo keine Fruchtfolgefläche vernichtet wird. Die Fruchtfolgeflächen stehen jetzt schon massiv unter Druck und das Potenzial zur Aufwertung neuer Flächen ist begrenzt. Zertifikate sind zudem extrem teuer und stehen in keinem Verhältnis. Wir Stadtlandwirte leisten einen sehr wichtigen Beitrag zur regionalen Nahrungsmittelproduktion. Auf die Flächen, die wir noch haben, müssen wir achtgeben und sie nutzen, um die Ernährungssicherheit zu erhalten.
Wurden die betroffenen Betriebe in die Erstellung des Gestaltungsplans mit einbezogen?
Wir sind mit der Stadt Winterthur im Austausch gewesen. Unsere Einwände und Bedenken haben wir geäussert, aber darauf eingegangen wurde leider nicht. Es wäre schön und wünschenswert gewesen, wenn wir mehr Mitspracherecht im Gestaltungsprozess gehabt hätten und mit uns eine gemeinsame Lösung erarbeitet worden wäre.
Hat es noch weitere Reibungspunkte zwischen der Landwirtschaft und der Stadt?
Beim Stadtrandpark wird ein neues Nutzungskonzept für die Landwirtschaftszone rund um Winterthur erarbeitet. Dabei geht es auch stark um die Themen Biodiversität und Naherholung. Da gehen unsere Meinungen mit der Stadt Winterthur sehr stark auseinander. Die Planungen für dieses Projekt laufen momentan. Es ist dringend erforderlich, dass die Landwirtschaft von Anfang an mit an Bord dieses Projektes ist. So kann die Planung in die richtige Richtung gelenkt werden, um gemeinsam Lösungen zu erarbeiten, die auch für uns Landwirte tragbar sind und hinter denen wir stehen können. Wir möchten nicht, dass dasselbe passiert wie mit dem Projekt der ARA im Niederfeld und wir kein Mitspracherecht haben und unsere Bedenken und Einwendungen einfach nicht berücksichtigt werden.