Viele Nützlinge sind auf struktur- und artenreiche Lebensräume angewiesen. Einzelbäume oder Gehölzgruppen bieten Nahrung und Schutz für zahlreiche Insekten. Sandlinsen oder offene Bodenstellen können von Wildbienen als Nistplatz genutzt werden, während Ast- und Steinhaufen Rückzugsorte für Spinnen, Käfer oder andere Kleintiere schaffen. Solche Strukturen ermöglichen es verschiedenen nützlichen Arten, sich im Agrarökosystem anzusiedeln.
Zu diesen Helfern gehören unter anderem Bestäuber wie Wildbienen oder Schwebfliegen sowie räuberische Insekten und Spinnen, die Schädlinge fressen. Je mehr unterschiedliche Lebensräume vorhanden sind, desto mehr dieser Arten können sich ansiedeln – und desto grösser wird sowohl die Gemeinschaft der Nützlinge im Feld als auch ihre Wirkung.
Gelungenes Teamwork
Ein bekanntes Beispiel für das Zusammenspiel von Nützlingen ist die natürliche Regulation von Blattläusen. Marienkäfer und ihre Larven fressen grosse Mengen dieser Schädlinge. Auch die Larven von Schwebfliegen ernähren sich fast ausschliesslich von Blattläusen. Zusätzlich legen Schlupfwespen ihre Eier direkt in Blattläuse, wodurch sich deren Population weiter reduziert. Spinnen und Laufkäfer tragen ebenfalls zur Kontrolle bei.
Sind all diese natürlichen Feinde gleichzeitig im Feld vorhanden, entsteht ein ganzes Nützlingssystem: Verschiedene Arten greifen die Blattläuse auf unterschiedliche Weise und zu unterschiedlichen Zeiten an. Dadurch kann sich ein natürlicher Gegenspielerkomplex aufbauen, der Schädlingspopulationen wirksam begrenzen kann.
Biodiversität stärkt natürliche Prozesse
Nicht nur bei Blattläusen, sondern generell im Agrarökosystem gilt also: Ein vielfältiges Gegenspielersystem erhöht die Chance, dass Schädlinge reguliert werden. Während einige Arten vor allem am Boden jagen, sind andere in der Vegetation aktiv oder fliegen von Pflanze zu Pflanze. Durch dieses Zusammenspiel können Schädlinge über verschiedene Bereiche des Feldes hinweg unter Druck geraten.
Ein vielfältiges Geflecht natürlicher Gegenspieler erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Schädlingspopulationen über den gesamten Verlauf hinweg reguliert werden. Einige Arten reagieren früh auf steigende Bestände, während andere erst später aktiv werden und die Regulation weiterführen. Auch bei wechselnden Witterungsbedingungen oder Extremereignissen ist die Chance grösser, dass genügend Arten aktiv bleiben, um wichtige Funktionen im Agrarökosystem aufrechtzuerhalten.
Vielfalt als Rückversicherung
Wie bei der betrieblichen Risikostreuung gilt somit auch im Agrarökosystem: Vielfalt kann helfen, Ausfälle abzufedern.
Hier setzt plan.b an. Mit einfach umzusetzenden biodiversitätsfördernden Massnahmen können Sie mithelfen, Lebensräume zu schaffen und wichtige Funktionen im Agrarökosystem zu stärken. So kann Biodiversität zu einer zusätzlichen Absicherung in einem zunehmend unberechenbaren Klima werden.